Der Großmeister Yang Lu-Chan begründete im 19.Jahrhundert den Yang-Stil. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts verbesserte sein Enkel, der Großmeister Yang Cheng Fu, die Werke seines Großvaters und Vaters und begründete so die traditionelle 85er Yang-Form, so wie wir sie heute kennen.

Der „Große Rahmen“ des heutigen Yang-Stils

Die sogenannte „Lange-Yang-Form“ oder auch „Langes Lied“ besteht aus 85 Bildern, welche in drei Abschnitte unterteilt sind. Diese heißen Erde, Mensch und Himmel und sind in sich abgeschlossen.

Die Bilder der Peking-Form finden sich in dieser Form wieder, werden aber etwas anders ausgeführt. Es kommen aber auch neue Bewegungsabläufe hinzu. Die Bewegungen werden auf einer tieferen Ebene, mehr aus dem Inneren heraus ausgeführt. Der Wechsel zwischen langsamer, kraftvoller Ausübung und schnellen Sprüngen wurde im Vergleich zu den alten Übungen ausgeglichen.

Wie wirkt die 85er Yang-Form

Da die verschiedenen Bewegungsabläufe mehrmals in unterschiedlicher Reihenfolge wiederholt werden, wird so das Gedächtnis gefordert und gefördert. Die Drehung der Füße findet meist auf dem belasteten Bein statt, was das energetische Level anheben kann. Die Aufmerksamkeit wird noch mehr auf die inneren Prozesse gelenkt, so hat man die Möglichkeit seinen Körper noch besser kennen zu lernen.

Wie viel Bilder sind es nun genau?

Da es unterschiedliche Zählweisen gibt, existiert keine einheitliche Regelung. Die 85er Form wird auch 80er Form, 103er Form, 106er Form, 108er Form, 128er Form oder 132er Form genannt.

Da manche Bildnahmen aus mehreren Einzelbildern bestehen und manche Bilder mehrmals wiederholt werden, kommt diese unterschiedliche Zählweise zustande.

Zum Beispiel ist das Bild „Den Vogel am Schwanz fassen“ aus vier Einzelbildern zusammen gesetzt. (Abwehren nach links und rechts, Zurückrollen, Drücken und Stoßen)

Bilder die mehrmals hintereinander ausgeführt werden, sollten besonders vertieft werden, was durch die Wiederholungen gefördert wird.