Die Verdauung nimmt in der TCM eine wichtige Rolle ein, da eine schlechte Verdauung als der Beginn von Krankheiten gesehen wird.

Eine Verstopfung mit hartem Stuhlgang wird mit einer Leber-Qi-Stagnation, mit Hitze und Trockenheit in Verbindung gebracht. Hier fehlen die guten Körperflüssigkeiten im Körper, welche den Stuhl befeuchten und gleitfähig machen.

Sollte der Stuhl weich oder normal sein, fehlt es dem Körper an Energie (Qi) um die Nahrung durch den Darm zu bewegen und der Nahrungsbrei kommt ins Stocken. In diesem Artikel gehe ich nicht auf dieses Syndrom (mangelndes Milz-Qi) ein.

Was begünstig nun eine Verstopfung

Krankheiten, Medikamente, Stress, Reisen, Bewegungsmangel, hormonelle Veränderungen, zu wenig Flüssigkeitszufuhr, eine Ernährungsumstellung, zu viele Ballaststoffe in Verbindung mit Flüssigkeitsmangel und natürlich eine zu trockene und zu scharfe Ernährung begünstigen eine Verstopfung.

Diese Liste ist nicht vollständig, sie soll nur einen Einblick geben wie vielfältig die Ursachen sein können.

Lebensmittel die eine Verstopfung verschlimmern

  • Kaffe, schwarzer Tee, Cola, Alkohol
  • Reis
  • Auszugsmehl, Zucker, Backpulver, Hefe, weißer Zucker
  • scharfe Gewürze (Chili, Pfeffer…)
  • Kakao, Schokolade

Lösungsmöglichkeiten, Rezepte und 7 Tipps für schnelle Abhilfe bei einer Verstopfung

Demzufolge sollten kühlende und befeuchtende Lebensmittel die erste Wahl sein, da diese die inneren Hitzeprozesse kühlen und den Körper Feuchtigkeit zur Verfügung stellen.

1. Tipp

1 Teelöffel Leinsamen, Flohsamen oder Chiasamen eingeweicht in einer Tasse Wasser, werden sehr oft empfohlen, da sie Schleimstoffe enthalten und diese den Dickdarm befeuchten und die Darmbewegung anregen. Hier solltest du noch eine Tasse warmes Wasser trinken, damit du das Problem nicht noch verschlimmerst, also insgesamt 2 Tassen Wasser und 1 TL Samen.

2. Tipp

Eingeweichte Trockenpflaumen oder Dörrpflaumensaft sind auch sehr hilfreich. Die ungeschwefelten Trockenpflaumen über Nacht in Wasser einweichen und am Morgen nüchtern essen und zu dem Einweichwasser etwas heißes Wasser geben, damit es nicht zu kalt ist und trinken. Du kannst auch beides mit etwas heißem Wasser im Mixer pürieren und trinken. Hier kannst du auch ein Stückchen Ingwer mit mixen, das bewegt das Leber-Qi und fördert die Verdauung.

Eine kleine Tasse naturtrüben Dörrpflaumensaft auf nüchternen Magen trinken. Wenn das zu wenig sein sollte, um zu wirken, dann am nächsten Tag die Menge etwas steigern. Beginne besser mit einer kleinen Tasse, sonst könntest du deinen Körper überfordern.

Statt Pflaumen kannst du auch getrocknete Feigen nehmen, falls dir Pflaumen nicht schmecken. Verfahre hier genauso wie bei den Pflaumen. Du kannst das Trockenobst auch mehrmals am Tag mit genug Flüssigkeit zu dir nehmen, falls du nach dem ersten Genuss noch keinen Erfolg spürst.

3. Tipp

Frische ungespritzte biologische Weintrauben die Kerne enthalten (also nicht die kernlosen!) wäre mein nächster Tipp. Esse mindestens 300 g  ganze Trauben mit samt den Kernen. Die kernlosen Trauben sind spezielle Züchtungen und enthalten mehr Zucker als die mit Kernen und konventionell angebaute Trauben werden auch intensiv gespritzt – daher solltest du Bio bevorzugen.

Auch Bananen befeuchten den Darm.

4. Tipp

Eine leckere Spinatsuppe aus frischem – nicht gefrorenem Spinat! – Spinat, Sesamöl und Sojasauce. Spinat befeuchtet Trockenheit und kühlt Hitze.

Auch Sauerkraut, Kartoffeln und Avocado befeuchten den Darm und können zu einer Suppe verarbeitet werden.

5. Tipp

Pinienkerne, Mandeln oder Walnüsse in flüssigen Honig geben und etwas stehen lassen. Jeden Tag 1-3 Teelöffel davon essen.

6. Tipp

Schwarzen Sesam etwas mörsern und 1-2 TL täglich über deine Mahlzeit streuen. zum Beispiel: süßer Couscous mit Pflaumenkompott, Trockenfrüchten, Banane oder frischen Weintrauben, Schmorgurken oder auch Kürbissuppeund.

7. Tipp

Ein Spaziergang nach dem Essen bewegt das Leber-Qi und massiert auch den Darm, was den Darm bei seiner Verdauungsarbeit unterstützt. Es ist grundsätzlich günstig, für unsere Gesundheit mehr Bewegung in den Alltag einzubauen.

Langfristig ist es hilfreich, wenn du mehr gekochtes und saftiges Essen zu  dir nimmst, das bedeutet mehr Gemüsesuppen, Eintöpfe, sämiges Essen und Kompotte, dafür weniger Brot und Knabbereien.

Nimm deine Verdauung nicht auf die leichte Schulter

Leidest du oft unter Verdauungsbeschwerden, ist dies eine Zeichen, dass deine Verdauung aus dem Gleichgewicht geraten ist. Versuche sie in den Griff zu bekommen, um die Ungleichgewichte klein zu halten, damit sie sich nicht irgendwann zu ernsten Krankheiten auswachsen.

In meinem Beitrag „Jedes Lebensmittel hat seine ganz eigene Wirkung“  findest du ein paar thermische Zuordnungen von Lebensmitteln.